Voraussetzungen fürs Jurastudium

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Welche Voraussetzungen sollte man für ein Jurastudium mitbringen? Diese Frage stellen sich viele Abiturienten und angehende Juristen. Egal, ob man Jura an einer staatlichen oder privaten Universität beginnt: ein gewisses Handwerkszeug muss jeder Student mitbringen, um das Studium erfolgreich absolvieren zu können.

Interesse an rechtlichen Zusammenhängen

Die wichtigste Voraussetzung ist zunächst ein grundlegendes Interesse, sich mit rechtlichen Themen auseinanderzusetzen, sei es bei der Zeitungslektüre oder beim Tatort schauen. Es kommt nicht nur darauf an, die Gesetze zu kennen und zu beherrschen, vielmehr ist ein umfassendes Wissen im Hinblick auf den Sinn und Zweck, die Entstehungsgeschichte sowie die Zusammenhänge erforderlich.

Fleiß

Auch wenn es beim Jurastudium nicht darum geht, die Gesetze auswendig zu lernen, darf es angehenden Juristen nicht am nötigen Fleiß fehlen. Die Ausbildung setzt sich aus verschiedenen Rechtsgebieten zusammen, die sicher beherrscht werden müssen, um einen guten Abschluss zu erzielen. Kontinuierliches Vor- und Nachbereiten der Vorlesungen wird ebenso vorausgesetzt wie die zielsichere Wiedergabe juristischer Definitionen und Schemata. Obwohl sich die einzelnen Tatbestandsmerkmale einer Norm häufig aus dem Gesetzestext ergeben, müssen dennoch die konkreten Definitionen und rechtlichen Probleme innerhalb der Norm erkannt und gelernt werden. Die Vorbereitungszeit für das erste Staatsexamen beträgt in der Regel ein bis anderthalb Jahre. In dieser Zeit befasst man sich intensiv mit allen examensrelevanten Rechtsgebieten und schreibt regelmäßig fünfstündige Klausuren, um sich auf den Ernstfall – das Examen – vorzubereiten. Anders als bei den naturwissenschaftlichen Fächern ist Fleiß und Sitzfleisch eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg im Jurastudium.

Gute Ausdrucksweise und Disziplin

Das Jurastudium zeichnet sich durch ständiges Wiederholen von rechtlichen Problemen und Zusammenhängen aus. Nur wer diszipliniert am Ball bleibt, hat letztlich eine Chance auf ein gutes Examen. Eine gute Ausdrucksweise in der deutschen Sprache kann als Voraussetzung für das Jurastudium angesehen werden. Angehende Juristen schreiben sowohl in Klausuren als auch in Hausarbeiten juristische Gutachten. Hierbei kommt es neben der richtigen juristischen Ausdrucksweise auch auf einen perfekten Satzbau sowie einen sicheren Umgang mit der deutschen Sprache an. Wer schon zu Schulzeiten Probleme hatte, sich sprachlich auszudrücken, sollte gut überlegen, ob er sich wirklich ein Jurastudium antun möchte.

Nervenstärke

Nicht zuletzt brauchen angehende Juristen starke Nerven. Zum einen ist die Notengebung in Jura sehr hart, nicht selten fallen ein Drittel aller Teilnehmer durch die Klausuren. Wer mit einem Einser Abi sein Studium begonnen hat, sollte nicht automtisch erwarten, dass er auch im Jurastudium durchgehend gute Noten schreibt, schon gar nicht ein „sehr gut“. Zum anderen kommt es für einen guten Abschluss darauf an, in den entscheidenden Examensklausuren, der mündlichen Prüfung und dem Schwerpunktbereich gute Noten zu erzielen. Das heißt, einige wenige Tage am Ende des Studiums entscheiden darüber, ob das Studium erfolgreich war oder nicht.

Mythen

Häufig liest man, dass gute Noten in Mathe und Latein Voraussetzung für ein gutes Jurastudium sind. Diese Aussage geht noch auf frühere Generationen zurück, in denen das große Latinum Bedingung für das Jurastudium war. Zwar gibt es einige lateinische Ausdrücke im juristischen Sprachgebrauch, die man sich jedoch im Laufe des Studiums aneignen kann. Vielmehr kommt es darauf an, komplexe Sachverhalte schnell zu verstehen.

Fazit

Aufgrund des kontinuierlichen Lernens und der Fülle des Stoffs sind Fleiß und Disziplin Grundvoraussetzungen, um das Jurastudium erfolgreich zu absolvieren. Da die Notenvergabe sehr hart ist und angehende Juristen in der Regel mindestens ein Jahr lang konzentriert für das 1. Staatsexamen lernen, sollten sie starke Nerven aufbringen. Auch ein gutes Sprachgefühl und Interesse an rechtlichen Zusammenhängen sind unabdingbar.