Dauer des Jurastudiums

Das Jurastudium gilt als eines der längsten in Deutschland. Dabei hängt die konkrete Dauer des Studiums sehr vom Studienort sowie den jeweiligen Fähigkeiten des Studenten ab.

Regelstudienzeit

© Picture-Design - Fotolia.com

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Die Regelstudienzeit variiert je nach Universität zwischen acht und zehn Semestern. Hierunter wird die von der Universität für das Jurastudium angesetzte Dauer verstanden. Dabei ist das Grundstudium meist innerhalb von vier Semestern zu absolvieren. Darauf folgt das Hauptstudium, welches regelmäßig aus Aufbau- und Vertiefungskursen und dem Schwerpunktbereich als Teil des 1. Staatsexamens besteht. Die Dauer des Schwerpunktbereichs richtet sich nach der jeweiligen Studienordnung und beträgt in der Regel zwischen einem und drei Semestern. Anschließend soll der erlernte Stoff im Rahmen der Examensvorbereitung wiederholt und vertieft werden. Diese Zeit wird von den Universitäten häufig nicht in die Regelstudienzeit eingerechnet, da sie von einem Verständnis ausgehen, nach dem die Jurastudenten bereits während des Studiums alle relevanten Inhalte gelernt haben und diese nur noch wiederholen sollen. Das Studium schließt nach den Klausuren des 1. Staatsexamens mit einer mündlichen Prüfung ab.

Durchschnittsstudienzeit

Die Durchschnittsstudienzeit, also die Zeit, die der Durchschnitt der Studenten tatsächlich studiert, weicht von der Regelstudienzeit erheblich ab. Je nach Bundesland variiert die Dauer des Jurastudiums in der Praxis zwischen zehn und zwölf Semestern, wobei berücksichtigt werden muss, dass einige Studenten erheblich schneller und einige erheblich langsamer studieren. So benötigen viele Studenten bereits mehr Zeit, bis sie die Zwischenprüfung bestehen. Dies liegt nicht nur an der hohen Quote an Studenten, die durch einzelne Klausuren fallen, sondern auch an dem Angebot der Universitäten, da einige Scheine nur im Winter- oder Sommersemester geschrieben werden können.

Auch die Dauer des Schwerpunktbereichs variiert. So gibt es Universitäten, die die Möglichkeit vorsehen, einzelne Noten im Schwerpunktbereich zu verbessern. Dadurch entsteht ein Zeitverlust, aber auch die Möglichkeit eine bessere Note im Schwerpunktbereich zu erzielen.

Ein enormer Faktor für die Abweichung der Durchschnittsstudienzeit von der Regelstudienzeit liegt in der Examensvorbereitung. Die meisten Studenten nehmen sich mindestens ein Jahr lang Zeit, um bei Repetitoren den in der Universität erlernten Stoff zu wiederholen und Klausuren zu schreiben, da sie sich durch die Vorlesungen in der Universität nur unzureichend auf das 1. Staatsexamen vorbereitet fühlen.

Einige Bundesländer haben mit dem Freischuss die Möglichkeit geschaffen, dass schnelle Studenten bei Absolvieren des 1. Staatsexamens in der Regelstudienzeit einen zusätzlichen Versuch bei Nichtbestehen sowie einen Verbesserungsversuch bei Unzufriedenheit über die Note haben. Die zweifache Durchführung des 1. Staatsexamens wirkt sich insoweit ebenfalls auf die Dauer des Jurastudiums aus.

Referendariat

Im Anschluss an das 1. Staatsexamen folgt das Referendariat. Je nach Bundesland werden alle zwei Monate oder auch nur halbjährlich Referendare eingestellt. Dadurch liegt zwischen Ende des Studiums und Beginn des Referendariats teilweise eine erhebliche Zeitspanne. Das Referendariat dauert bei Bestehen des 2. Staatsexamens im ersten Versuch zwei Jahre. Wird das 2. Staatsexamen nicht auf Anhieb bestanden, verzögert sich der Abschluss je nach Terminmöglichkeit um weitere Monate bis hin zu einem Jahr.

Berufseinstieg

Auch bis zum endgültigen Berufseinstieg vergeht noch etwas Zeit. Bei Bewerbungen für den öffentlichen Dienst muss zunächst der Termin für ein Auswahlverfahren und bei Erfolg die amtsärztliche Untersuchung abgewartet werden. Auch bei Bewerbungen in der freien Wirtschaft sind in der Regel mehrstufige Bewerbungsverfahren vorgeschaltet. Darüber hinaus muss bei Bewerbungen für den Rechtsanwaltsberuf beachtet werden, dass eine vorherige Vereidigung erforderlich ist. Dies gilt auch für den Fall der selbstständigen Tätigkeit als Rechtsanwalt.

Fazit

Das Jurastudium mit anschließendem Referendariat nimmt eine enorme Zeitspanne in Anspruch. Allerdings kann die Dauer des Jurastudiums durch effizientes Lernen und gut überlegte Wahl des Studienortes sowie der Stammdienststelle im Referendariat verkürzt werden.